21.02.2015 · Interview · Tags: , , ,

Ein Interview mit den Zenker Brothers


Die Zenker Brothers sind nicht nur das umtriebigste Techno-Gespann aus Münchnen, sondern aktuell auch mit ihrem Debütalbum „Immersion“ auf dem eigenen Label Ilian Tape an den Start gegangen. Wir haben ihnen deshalb ein paar Fragen zum künstlerischen Prozess sowie ihren kommenden Pläne gestellt und dabei noch alternative Karrierewege besprochen.

 

Manchmal seid ihr getrennt voneinander unterwegs, euer Album ist in Zusammenarbeit entstanden. Wie kam es dazu, dass ihr euch als DJs und Produzenten zusammengetan habt und wie wird es in dieser Hinsicht weitergehen?

Wir sind nach wie vor auch beide alleine unterwegs, jetzt halt erst mal lange Zeit zusammen wegen dem Album. Wir haben uns nie zusammengetan, es war von Anfang an klar dass wir viel zusammen spielen wollen und werden. Am Anfang meistens noch eher als Zenker Brothers Soundsystem, wo wir als Live/DJ Kombo gespielt haben. Mittlerweile legen wir meistens zusammen auf und das macht sehr viel Spaß.

Was waren die Höhepunkte und die Schwierigkeiten während der künstlerischen Prozesse eines ganzen Albums?

Die ganzen 6 Monate der Entstehung waren ein Höhepunkt, genau so wie die ganze Produktionsphase danach wie das Mastering bei dem wir dabei waren und der Cover Gestaltung usw. Es gab keine Schwierigkeiten während der Prozesse des Albums, wir sind uns musikalisch und was die Labelarbeit betrifft eigentlich immer einig.

Immersion geht musikalisch in verschiedene Richtungen und hat mit „Mintro“ und „Outark“ einen hörbaren Einstieg und ein Ende. Inwiefern seid ihr mit Planung und einer Vorstellung eines Konzepts beim Produzieren der Tracks vorgegangen?

Wir haben uns natürlich frei gemacht von jeglichen Richtlinien und es einfach laufen lassen. Natürlich hatten wir immer das Album als Ganzes im Kopf aber haben nicht auf Sachen wie Funktionalität oder sonst was geachtet. Wir wollten einfach Musik machen die 100% ehrlich und persönlich ist. Das ist eigentlich auch die beste Methode frei von jeglichen Gedanken Musik zu machen, sich einfach nur durch die Musik auszudrücken.

In den letzten Jahren seid ihr wegen euren DJ-Gigs schon in vielen Clubs auf der ganzen Welt herumgekommen. Auf eurer „Immersion“-Tour macht ihr jetzt in Städten wie Berlin, New York, Tel Aviv oder Barcelona Halt. Bemerkt ihr einen Wandel in der Club- und Technokultur beispielsweise, dass ein namhaftes Line-Up immer wichtiger wird?

Ein namhaftes Line-up war ja eigentlich schon immer wichtig, das ist in den meisten Städten das selbe. Die Clubs müssen ja immer drauf achten dass es voll ist und meistens geht das leider nur mit namhaften Acts. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wo Clubs durch eine Stamm Crowd ohne jegliches Name-Dropping funktionieren, aber das ist eher selten.

Seit 2007 führt ihr nun zusammen das Label Ilian Tape und habt seitdem immer wieder neue Gesichter mit ins Boot holt. Wie hat sich die Arbeit an eurem Label seit den Anfangstagen verändert und für was steht Ilian Tape heute?

Ilian Tape war von Anfang an nie ein Label nur für unsere Musik, sondern eine Plattform für unsere Vision von Techno und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Arbeit hat sich auch nicht wirklich verändert, jeder hat seine Aufgaben und ist mit der selben Passion und Leidenschaft dabei wie immer. Natürlich verändert sich über die Jahre die Herangehensweise an die Dinge, aber das Fundament auf dem das Label basiert ist das selbe, wenn auch heute gefestigter als vor 5 Jahren.

Wie geht es für euch 2015 in München weiter?

Wir werden weniger IT Labelnächte machen, dafür wenn dann speziellere Sachen wie z.b einen Floor auf dem Organic Music Festival im Juni mit Shed (live), Surgeon, Marcel Fengler, Stenny & Andrea. Sonst ist nicht viel geplant bis jetzt, außer, dass es im Herbst einen 8 Jahre Geburtstags Rave geben wird. Und natürlich unsere MCDJ Nacht alle 2 Monate im Kong.

Welcher Beschäftigung würdet ihr heute nachgehen, wenn ihr nicht den musikalischen Weg eingeschlagen hättet?

Schwer zu sagen. Dario wäre wahrscheinlich Stuntman oder Koch und Marco entweder Psychologe oder Fussball Profi beim Hallerscher FC in der 3.Bundesliga. Nee, nee Dario wäre wahrscheinlich Ernährungsberater in Altötting oder Hinterkopfmodel in Babensham und Marco Spielgestalter beim FC Bayern oder Profiskater in Californien.

Moritz

Moritz

ist einer der beiden Gründer von Two In A Row und im Bereich audiovisuelle Medien gelernt. In seiner Tätigkeit als DJ, Mitarbeiter in einem großen Münchner Plattenlabel und tagtäglicher Autor hier, beschäftigt er sich non-stop mit Musik und den Geschehnissen in München.
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