02.10.2015 · Interview, Party · Tags:

Der Clap Club – Interview mit Nils Schwarz


Im Modebereich kommt uns das Projekt „Pop-Up“ des Öfteren unter die Augen, doch was Clubs angeht, hat München bisher noch wenig Expertise darin vorzuweisen. Das ändern dieses Jahr drei Freunde und ihr Clap Club in der Maxvorstadt. Nils Schwarz, Steven Herbener und Fabian Rauecker tummeln sich gerne unter den Kreativen und Partyfreudigen der Stadt und wollen nun selbst eine Anlaufstelle für Kultur und Club gestalten. Dafür haben sie die Arri-Studios für sich gewinnen können, die viermal im Jahr zu je 5-9 Tagesblöcken in eine Off-Location verwandelt werden. Wir haben uns für die aktuelle Ausgabe des Super Papers mit Nils Schwarz zum Gespräch über den Clap Club getroffen.

Ihr seid alle nicht unerfahren, was Veranstaltungen in München angeht. Woher kam gerade jetzt der Anreiz ein Clubkonzept auf die Beine zu stellen?

Da hast du völlig Recht. Meine zwei Partner Fabian Rauecker und Steven Herbener und ich sind durchaus keine unbeschriebenen Blätter was die Unterhaltungsbranche angeht.
Fabian war mitunter verantwortlich für den unglaublichen Aufstieg der Band La Brass Banda und ist jetzt gerade dabei die Jungs von Dicht und Ergreifend aus dem Untergrund in die Charts zu pushen!
Steven Herbener hat schon zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen geplant, gestaltet und durchgeführt. Allerdings hat er langsam die Schnauze voll das Ganze für andere zu tun. Deswegen war er die treibende Kraft für dieses Projekt.
Ich für mich habe neben meinem Job als Fotograf ein paar sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihen geschmissen, unter anderem die immer noch laufende Electro Swing Reihe „It`s a Swing Thing“ und die meiner Meinung momentan beste Hip Hop Party der Stadt, die „HipHop Diaries 1994-2010 #wecallitoldschool“.
Und deswegen passen wir drei außerordentlich gut zusammen und bringen die Erfahrung und die Skills mit.
Mein Anreiz war schon immer aus der Reihe zu tanzen mit meinen Veranstaltungen. Ich wollte seit jeher der Stadt München etwas Besonderes geben, weil mich diese Stadt bis vor zwei Jahren noch ziemlich angekotzt hat. Ich hatte das Gefühl, wenn ich nichts mache, dann passiert auch nichts. Zumindest in meinem Schaffens-Radius.
Wir wollen dazu beitragen der Stadt zu helfen sich ein wenig von ihrem blassen und versnobten Gesicht zu verabschieden und wieder mehr Untergrund und Vielfalt zu repräsentieren. Auch wenn ich finde, dass sich im letzten Jahr extrem viel verändert hat und uns eine tolle Entwicklung bevorsteht. Vielleicht werden wir doch noch Großstadt!

Wir sind ziemlich gespannt darauf, wie die Arri Studios an euren Abenden als Club aussehen werden. Wie muss man sich den Aufwand dahinter vorstellen, die Location für eure Zwecke umzubauen?

Um das zu erreichen was wir erreichen wollen ist ein unheimlich umfangreicher und logistischer Aufwand von Nöten, was uns tagtäglich die Haare vom Kopf frisst. Da wir mehr oder weniger eine Low bis No Budget Produktion sind und das Geld erst mal eingespielt werden muss, müssen wir ständig jeden Penny umdrehen und uns genau überlegen ob es uns das wert ist, für dies und jenes Geld auszugeben.
Allerdings muss man sagen, dass wir mit unserem Team von fast 15 Leuten ein riesiges Glück haben und wir das Ganze erst mal als eine Art Gemeinschaftsprojekt betrachten, bis der finanzielle Part gesichert ist.
Das Tolle ist, dass wir Top-Leute in allen wichtigen Bereichen haben, die uns voller Leidenschaft und Tatendrang zur Seite stehen (wie die Grafikerin Phaedra Richter, unser Gastro-Pate Peter Katarzynski, die Ausstatterin Mary Mathauser und unser Filmemacher Bani Silva, nur um einige zu nennen). Alle jung, talentiert, heiß und hungrig!
Die Location eignet sich hervorragend und wird von uns so durchgestylt, dass eine echte Club-Atmosphäre entsteht.

Bisher gibt es schon einen kleinen Ausblick auf euer Pre-Opening im Oktober und das Dezemberprogramm. Wie seid ihr an die Ausgestaltung eures Programms herangegangen?

Wir haben Mitte Februar 2015 angefangen uns umzuschauen und umzuhören. Mit Hilfe von Booker Marco Tarara haben wir rausgefunden, welche Bands gerade angesagt sind und welche bald durch die Decke gehen, haben uns alle ausführlich via Youtube und Social Media informiert und uns die Perlen rausgepickt von denen wir glauben, dass sie die Hütte zum lodern bringen werden!
Das Schöne ist jetzt, dass noch einige Programmüberraschungen auf uns zukommen werden, welche den Bereich Kabarett/Comedy abdecken werden. Wer das sein wird, bleibt allerdings noch unser Geheimnis. Außerdem werden wir voraussichtlich noch einen Act in unser Aufgebot bekommen, der weit über unsere Kapazitäten als Club hinausgeht, den wir aber trotzdem von unserem Projekt begeistern konnten. Bleibt aber auch geheim, bis alles in trockenen Tüchern ist. Das wird sich erst nach dem Oktober-Termin zeigen. Wie ihr seht, Spannung bleibt bis zum Schluss bzw. auf jeden Fall bis zum 23. Oktober!
Wir freuen uns auf jeden Fall auf unsere Auswahl an Künstlern: Liquid & BBou, Dicht und Ergreifend I Monaco F, The Whiskey Foundation, Ecco Dilorenzo and his Innersoul, Taiga Trece und Aloa Input. Da möchte ich auch noch anmerken, dass wir mit einer hervorragenden Technik-Firma zusammenarbeiten, welche uns das maximale Sound-Erlebnis bescheren wird.

Das Konzept des Pop-Up-Clubs scheint in München bisher eher unterrepräsentiert zu sein. Wieso habt ihr euch dafür entschieden und was erwartet ihr euch davon?

Ich glaube diese Frage habe ich mehr oder weniger schon am Anfang beantworten können.
Wir wollen die Weltherrschaft an uns reißen und die Bayrischen Könige der Kulturlandschaft werden!

Wenn der Clap Club erst mal angelaufen ist: Was könnt ihr euch für das Projekt des Pop-Up-Clubs in Zukunft noch vorstellen?

Das Schöne ist, wir können und dürfen uns alles vorstellen. Da wir nur einen Raum haben in dem alles möglich ist, kann man sich viele Sachen vorstellen, wie Theater und Tanz, vielleicht auch mal eine Filmpremiere, Live Konzerte, Secret Gigs, und auch mal etwas für Kinder am Nachmittag. Das Ganze könnte also in Zukunft noch um einige Punkte erweitert werden, sofern wir uns an die Regeln eines Fernsehstudios halten.

www.clap-club.com

Angelika

Angelika

ist einer der beiden Gründer von Two In A Row und derzeit Studentin an der LMU München in Politikwissenschaften und Soziologie. In diesem Gebiet sind auch ihre Interessen verortet, denn sie beschäftigt sich vordergründig mit Gesellschaft und Kultur.
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