11.03.2016 · Interview, Musik · Tags:

Interview: Romano


Wer ist dieser Romano? Das fragen wir ihn am besten selbst und haben den gleichsam im Rap wie auch im Metal und Schlager sozialisierten Künstler zum Gespräch gebeten. Sein nächstes Konzert in München findet am 17.03. im Hansa 39 (Feierwerk) statt.

 
„Metalkutte“ – Du hast schon mit allen möglichen Musikrichtungen geflirtet, aber dem Metal und der dazugehörigen Kultur dahinter hast du einen eigenen Track gewidmet – wieso?

Weil ich Metal liebe. Anfang der 90er Jahre war ich beeindruckt als ich bei einem Kumpel zu Hause überall Poster von Iron Maiden, Megadeath und anderen Metal Bands hängen sah. Auf dem Tisch ein Totenkopf als Aschenbecher. Ich bin da komplett eingetaucht. Hab Headbangers Ball auf MTV gesehen und war auf Konzerten. Das Video „God of Emptiness“ von Morbid Angel hat mich damals geflashed. In der Zeit ging es echt rund, Kirchenbrände in Norwegen, besetzte Häuser in Berlin, Anarchie und Chaos, aggressiv und kreativ. Das fand ich spannend. 2014 dann schickte mir Siriusmo diesen Beat. Ich spielte ihn am Rechner ab und hörte zeitgleich über meine Anlage ´ne alte Satyricon. „Krass“, dachte ich, „du hörst Hip Hop und Metal seit so vielen Jahren, das kann man doch verbinden“. So entstand die Idee über meine Lieblings- Metalbands zu rappen.

„Klaps auf den Po“ – Obwohl du schon sehr lange deine eigene Musik machst, sind viele Leute gerade mit diesem Track auf dich aufmerksam geworden. Wieso sind sie genau an diesem Song hängen geblieben?

Ich glaube, diese lockere Art „Hallo“ zu sagen gefällt den Leuten. Drei Sekunden Blickkontakt, ein Lächeln – und schon ist fast alles möglich.

„Köpenick“ – Was macht das schöne Köpenick für dich zum besten Stadtteil Berlins?

Köpenick ist mein Ruhepol. Hier kann ich nach einem anstrengenden Tag in der Stadt wieder abschalten. Es ist wie mein großes Wohnzimmer. Hier fühl ich mich wohl, halte ‘nen Plausch mit den Nachbarn, rede mit der Postfrau, dem Bäcker, kenne die Leute in meiner Straße. Ich fahre gerne zum Müggelsee, gehe Enten füttern, im Wald spazieren oder im Center shoppen. Pure Erholung!

„Brenn die Bank ab“ – Wieso sehen viele Menschen höherer Schichten deiner Meinung nach ein Leben am Existenzminimum immer noch als selbstverschuldetes Übel an?

Es handelt sich um abgeschlossene Gesellschaften. Plattitüden und Vorurteile bestimmen das Bild und werden an die nächste Generation weitergegeben. „Wer hart arbeitet macht Karriere“ hört man oft. So hat man die Erklärung für das vermeintliche Versagen anderer und gibt automatisch die Verantwortung ab.​ Es kommt zur Abtrennung und Abschottung vom Rest. Gewinner unter sich! Doch was tun in einer Zeit wo Lohndumping auf der Tagesordnung steht? Lebenshaltungskosten steigen, Arbeitsverträge werden vierteljährlich verlängert und die Angst vorm Jobverlust ist groß. Die Produktion wird ins Ausland
verlagert, wo Unternehmen billiger produzieren können und auf den Schutz der Mitarbeiter pfeifen. In unserer kapitalistischen Gesellschaft geht es um Wachstum und Gewinn. Du wirst nach Leistung bewertet, erst dann kommst Du als Mensch.

„Immun“ – Wieso wirst du in der Presse oft so dargestellt, als würdest du mit deiner Musik und deinem Style bloß eine Kunstfigur konstruieren?

Wenn jemand mich nicht einordnen und kategorisieren kann nach Schema F, wenn einfach keine Schublade passt, na dann hört und liest man notgedrungen eben auch mal das Wort Kunstfigur in Verbindung mit meinem Namen.

www.romanomusik.de

Angelika

Angelika

ist einer der beiden Gründer von Two In A Row und derzeit Studentin an der LMU München in Politikwissenschaften und Soziologie. In diesem Gebiet sind auch ihre Interessen verortet, denn sie beschäftigt sich vordergründig mit Gesellschaft und Kultur.
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