15.03.2016 · Kultur · Tags: ,

KonterKunst: If you tell a story you add more


Unterführungen sind kalt, verlassen, unheimlich. Außer es zieht Kunst in die Kellerwände ein. So wie im Maximilansforum, dort zwischen den begrünten Rolltreppen und türkisen Fliesen, wohnt jetzt die Mystik. Ein Künstlerkollektiv aus Europa beschäftigt sich mit Reisen auf der See.

Wer den Treppenstufen von der Maximilianstraße ins Dunkle folgt, findet einen Raum im Raum. Gläserne Wände hinter denen gestritten wird. Die Menschen dazu fehlen. Man hört nur Stimmen. Im Hintergrund ein Orchester. Das Pochen von Streichern, eine ungeduldige Oboe. Das Setting haben sich internationale Künstler ausgedacht. „If you tell a story you add more“ heißt die Ausstellung. Die Künstler setzen sich mit der Seefahrt auseinander, mit den Gefahren auf dem Meer und den Geschichten, die die Matrosen mit nach Hause gebracht haben. Legenden, die zu Mythen wurden.

Die Atmosphäre zwischen den Glaswänden ist angespannt. Geräusche überlagern sich, aber die Räume sind leer. Bis auf wenige Industrieleuchten über einer Theke im linken Raum, einem selbstgebauten Flaggenroboter im rechten. In beiden Räumen laufen Filme, links schwarz-weiß, rechts in Farbe. Daher das Stimmengewirr, das Orchester. Der Roboter lässt sich von dem Streit im anderen Raum nicht stören, er ist mit seinem Schatten beschäftigt. Das Schattenspiel verstehen nur Seefahrer, denn der Roboter spricht das Flaggenalphabet.

Die Ausstellung „If you tell a story you add more“ reist über Basel, Luzern, Malmö, Den Haag bis nach Porto, die Künstler wechseln bei jeder Station. Jede Stadt schreibt so ihre eigene Geschichte. Die Ausstellung findet parallel im Maxforum und der Galerie der Künste statt.

Flaggenalphabet

Flaggenroboter

Seefahrt Mosambik

MaximilansForum (Passage Maximiliansstraße | Altstadtring)
bis 10. April 2016 durchgehend geöffnet
Eintritt frei

Fotos: Ramona Drosner for Two In A Row

Ramona

Ramona

ist Studentin an der Deutschen Journalistenschule. Sie findet, dass München in wenigstens einer Sache ziemlich gut ist: Kunst. Deswegen ist sie oft und gerne in Galerien anzutreffen.
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