28.06.2016 · Kultur · Tags: ,

KonterKunst: Banksy


Banksy machte Streetart salonfähig. Von ihm besprühte Wände sind mittlerweile hinter Plexiglas geschützt, seine Bilder erzielen auf Auktionen sechsstellige Beträge. Mit seinen Motiven kritisiert er die Konsumgesellschaft. Zum ersten Mal stellt ein Münchner Galerist seine Banksy-Sammlung aus.

Zuerst ist da der Widerspruch: Banksy, ein Freigeist, bemalt zunächst Häuserwände in Bristol und London, später in der ganzen Welt. Jetzt werden seine Siebdrucke teuer am Kunstmarkt versteigert. Alle seine Motive haben eins gemeinsam: scharfe Kritik. Banksy ist ein Gegner der Konsumgesellschaft. Er zeichnet Bilder wie den Leoparden, der aus einem Käfig von Strichcodes ausbricht, oder das Napalm-Mädchen aus dem Vietnamkrieg, das in seiner Interpretation, schreiend an der Hand von Ronald McDonald und Mickey Mouse läuft.
Niemand weiß wer sich hinter dem Pseudonoym Banksy verbirgt. Und dennoch ist der Kunstmarkt verrückt nach seinen Graffities. Banksys Warhol-Sujet von Kate Moss ist mehr als 120.000 Dollar wert. Justin Bieber hat sich das Ballon-Mädchen auf den Unterarm tatowiert.

Galeristin Sarah Kronsbein und ihr Vater Dirk sind fasziniert von der ironischen Kritik, die Banksy übt. Dirk Kronsbein ist in den letzten Jahren durch die ganze Welt gereist, um Sammlern ihre Banksy-Siebdrucke abzukaufen. „Wenn man in 100 Jahren noch von Streetart spricht, dann von Banksy“, glaubt Sarah Kronsbein. Seine Kunst spiegle das Zeitgeschehen wider. Deswegen möchten sie und ihr Vater die Kronsbein’sche Banksy-Sammlung mit allen teilen. Sie ist überzeugt, dass Banksy nichts gegen das Ausstellen seiner Kunst hat, schließlich male jeder Streetart-Künstler nicht bloß auf der Straße sondern auch im Atelier. „Banksy ist nur gegen das Extreme, gegen die Ausbeute auf dem Kunstmarkt“, sagt Kronsbein. „Aber wenn ich etwas verändern will, muss ich die Menge erreichen.“ Noch sei die Akzeptanz von Urban Art in Deutschland gering. Das möchten Vater und Tochter Kronsbein nun ändern.

Galerie Kronsbein (Wurzerstr. 12 / Maximilianstraße)
noch bis 10.9. (geschlossen 30.7.-22.8), Di – Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Erwachsene 20€, ermäßigt 10€

Fotos: Martina Drosner für Two In A Row

Ramona

Ramona

ist Studentin an der Deutschen Journalistenschule. Sie findet, dass München in wenigstens einer Sache ziemlich gut ist: Kunst. Deswegen ist sie oft und gerne in Galerien anzutreffen.
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